Schon gewusst?
Richtige Ernährung für Übergewichtige
Menschen, die seit Jahren vergeblich gegen Übergewicht ankämpfen, sind oft total frustriert. Dr. Westenhöfer macht ihnen wieder Hoffnung.
Wer vom Arzt die Empfehlung bekommt, wegen übergewicht die Ernährungsberatung aufzusuchen, reagiert nicht selten frustriert. Der Betroffene stellt sich vor, dass er von nun an auf vieles verzichten muss, was schmeckt. Dass diese Befürchtungen nicht gerechtfertigt sind, stellt Dr. Westenhöfer, Mitarbeiter der ernährungspsychologischen Forschungsstelle Göttingen, im Folgenden klar. Er meint:
Bei der heutigen Ernährungsberatung werden keine Pauschalforderungen oder unerreichbare Ziele aufgestellt. Heute ist den Beratern klar, dass das Essverhalten von einer Fülle unterschiedlicher Motivationen gesteuert wird und das Bedürfnis nach Gesundheit nur eines von vielen ist.
Konkret heißt das: Wenn gesunde Ernährung zu umständlich ist oder den Betroffenen zu stark einschränkt, isst er lieber "normal", also, wie er es gewöhnt ist, anstatt ausgewogen.
Vor der eigentlichen Beratung stellt der Berater eine individuelle Verhaltensdiagnose auf, d.h. eine Bestandsaufnahme darüber, welche Elemente im Essverhalten bereits gut oder sehr gut sind und welche Dinge am einfachsten, also mit geringem Aufwand, verändert werden können. Solche Bestandsaufnahmen ersparen Pauschalforderungen wie "Essen Sie weniger" oder "Essen Sie weniger Süßes". Veränderungen können so in kleinen, akzeptablen Schritten erreicht werden.
Sehr häufig zeigt die Bestandsaufnahme, dass die Abschaffung des Alles-oder-Nichts-Prinzips für die Klienten günstig wäre. Beim Alles-oder-Nichts-Prinzip verbietet man sich rigoros Lebensmittel, die man eigentlich gerne isst, aber für ungesund hält, nur um sie zu bestimmten Anlässen mit schlechtem Gewissen hemmungslos in sich hineinzustopfen.
Die Höhe des Fettkonsums ist eines der größten deutschen Ernährungsprobleme. Wenn Fett, dann möglichst hochwertige Pflanzenöle oder Diätmargarine mit vielen einfach und mehrfach ungesättigten Fettsäuren.
Weiterhin sind Neugierde und Phantasie gefragt. Zum Beispiel kann man entdecken, dass fettarme Wurst, bei der Speck durch mageres Fleisch ausgetauscht wurde, sogar besser schmecken kann als das fette Vorbild, dass Gemüse wie Tomaten, Gurken und Paprika ein prima Brotbelag sind und dass ein knackiger Sommersalat auch bei verregnetem Schmuddelwetter schmeckt.
